Hunde im Herbst: Risiken und Tipps

24.9.2026, Animalia

Im Herbst sind Hunde vor allem durch Zecken und Flöhe, den Verzehr von Pilzen oder am Boden liegenden Früchten, schlechte Sicht sowie Kälte und Feuchtigkeit gefährdet. Ausserdem erfordert die Jahreszeit Anpassungen bei der Fellpflege und mehr Stimulation der körperlichen Aktivität.

Wie viel Aufmerksamkeit der jeweilige Vierbeiner braucht, hängt von Alter, Fell, Gesundheit und Lebensweise ab. Ganz junge, ältere oder kurzhaarige Hunde haben andere Bedürfnisse als gesunde erwachsene Tiere, die ausgedehnte Spaziergänge bei jedem Wetter gewöhnt sind.

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Sind Zecken und Flöhe im Herbst weiterhin aktiv?

Ja, Zecken und Flöhe sind auch im Herbst aktiv. Ein moderater Temperaturabfall bedeutet daher nicht, dass die Parasitenabwehr abgebrochen werden sollte.

In der Schweiz erleben die Zecken im Herbst, wenn die Temperaturen sinken und es feuchter ist, einen zweiten Höhepunkt. Sie kommen an Waldrändern sowie in Wäldern, Wiesen, Gärten und einigen städtischen Parks vor. 

Nach einem Spaziergang sollten Sie daher insbesondere die folgenden Stellen sorgfältig untersuchen:

  • die Ohren und das umliegende Fell
  • den Hals
  • die Achseln
  • die Leiste
  • den Bauch
  • die Zehenzwischenräume

Hat sich eine Zecke festgesaugt, muss sie schnell und ohne vorherige Anwendung von Öl, Alkohol oder anderen Substanzen mit einem geeigneten Werkzeug entfernt werden. Anschliessend kann die Stelle desinfiziert und beobachtet werden.

Ungewöhnliche Abgeschlagenheit, Fieber, Hinken, Appetitlosigkeit oder Verhaltensänderungen nach dem Stich sollten tierärztlich abgeklärt werden. Im Artikel zu Zecken bei Hunden werden die Hauptrisiken von Zecken und die Schritte zu ihrer korrekten Entfernung erläutert. 

Die Wahl das Parasitenabwehrmittels hängt vom Gewicht, Alter und Gesundheitszustand des Hundes ab und davon, wie viel Kontakt mit Zecken zu erwarten ist. Sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt darüber, welches Mittel angewendet werden soll und wie oft.

Welche Gefahren lauern bei Spaziergängen in der Natur?

Pilze, Rosskastanien, Eicheln, schimmelige Nüsse und bestimmte Pflanzenabfälle können Vergiftungen oder Verdauungsstörungen verursachen. Junge Hunde und solche, die dazu neigen, Futter zu sammeln, sind besonders gefährdet.

Oft ist es unmöglich, rein optisch zu erkennen, ob ein Pilz giftig ist. Wenn Ihr Hund einen Pilz gefressen hat, warten Sie also nicht ab, ob Symptome auftreten, sondern rufen Sie sofort tierärztliche Hilfe. 

Welche Symptome geben Anlass zur Sorge?

Abhängig von der verzehrten Substanz oder dem verschluckten Gegenstand können folgende Anzeichen auftreten:

  • übermässiger Speichelfluss
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • starke Müdigkeit
  • unbeholfenes Laufen
  • Zittern oder Krampfanfälle
  • Appetitlosigkeit
  • Schwierigkeiten beim Stuhlgang

Diese Symptome lassen nicht eindeutig auf eine Ursache schliessen. Vermuten Sie, dass Ihr Tier etwas Unverträgliches verschluckt hat oder verschlechtert sich sein Allgemeinzustand plötzlich, ist eine tierärztliche Konsultation erforderlich.

Was sollten Sie beim Verdacht auf eine Vergiftung tun?

  • Holen Sie den Hund von der verdächtigen Stelle fort.
  • Rufen Sie einen Tierarzt bzw. eine Tierärztin oder einen veterinären Notfalldienst an.
  • Fotografieren Sie den Pilz, die Pflanze oder das Produkt.
  • Bewahren Sie eine Probe auf, wenn dies unbedenklich ist.
  • Bringen Sie den Hund nicht ohne tierärztliche Anleitung zum Erbrechen.
  • Verabreichen Sie keine Milch, kein Öl und keine anderen Hausmittel.

Die Kommandos «Lass das» oder «Aus» in Verbindung mit dem Führen an der Leine in Risikobereichen helfen dabei, den Verzehr gefährlicher Dinge zu vermeiden.

Tipps für sichere Spaziergänge im Dunkeln

Bei einem Spaziergang in der Dämmerung müssen der Hund und seine Begleitperson für Autofahrende, Velofahrende und andere Verkehrsteilnehmende gut sichtbar sein.

Ein reflektierendes Halsband oder Geschirr kann für kurzhaarige Hunde geeignet sein. Bei einem langhaarigen Hund ist eine reflektierende Weste oft besser, da die Reflektoren auf dem Halsband oder Geschirr durch das Fell verdeckt werden können.

Mit diesen einfachen Vorsichtsmassnahmen lässt sich das Unfallrisiko reduzieren:

  • beleuchtete Strecken wählen
  • in der Nähe von Strassen eine Leine verwenden
  • Halsband, Geschirr oder Weste mit gut sichtbaren Reflektoren anlegen
  • helle oder reflektierende Kleidung tragen
  • keine Kopfhörer benutzen, die den Verkehrslärm unterdrücken
  • eine Lampe verwenden, um Hindernisse besser zu erkennen

Feuchte Blätter, Schlamm und Äste können den Boden rutschig machen. Daher ist bei Welpen, älteren Hunde und in ihrer Beweglichkeit eingeschränkten Tieren eine geeignete Schrittgeschwindigkeit zu wählen.

Wie schützen Sie Ihren Hund vor Regen und Feuchtigkeit?

Hunde können auch bei Regen nach draussen gehen, müssen aber nach dem Spaziergang getrocknet werden. Dabei sollte besonderes Augenmerk auf den Bauch, die Pfoten und jene Bereiche gelegt werden, wo das Fell nur langsam trocknet.

Anhaltende Feuchtigkeit begünstigt Hautreizungen und Knotenbildung, insbesondere bei Hunden mit langem Fell oder dichter Unterwolle. Regelmässiges Bürsten hilft, lose Haare zu entfernen und Rötungen, Wunden oder Parasiten schneller zu erkennen. 

Nach einem Spaziergang im Regen wird empfohlen,

  • das Fell mit einem saugfähigen Handtuch abzutrocknen,
  • die Pfoten zu reinigen, wenn sie voller Schlamm sind,
  • die Ballen und die Zehenzwischenräume zu überprüfen,
  • Zweige und anderen Schmutz aus dem Fell zu entfernen,
  • den Mantel oder das Hundegeschirr vor dem nächsten Spaziergang trocknen zu lassen.

Anhaltender Juckreiz, schlechter Geruch, Rötungen oder wunde Stellen erfordern eine tierärztliche Untersuchung.

Weitere praktische Tipps finden Sie im Artikel über das Gassigehen bei Regen. 

Brauchen alle Hunde im Herbst einen Mantel?

Nein, nicht alle Hunde brauchen einen Mantel. Ob ein Mantel sinnvoll ist, hängt von Temperatur, Regen und Wind ab sowie von der Dauer des Spaziergangs und den individuellen Eigenschaften des Tieres.

Ein Kälte- oder Nässeschutz kann für folgende Tiere nützlich sein:

  • kleine Hunde
  • Hunde mit kurzem Fell oder ohne Unterwolle
  • sehr schlanke Hunde
  • Welpen
  • ältere Hunde
  • kranke oder sich von einer Krankheit erholende Hunde

Der Mantel sollte die richtige Grösse haben, innen trocken bleiben und die Bewegung nicht einschränken. Ausserdem darf er Nacken, Schultern und Brustkorb nicht einengen.

Zittern, gekrümmte Körperhaltung, ungewöhnliches Suchen nach Wärme oder eine anhaltende Weigerung weiterzugehen sind Anzeichen für Unbehagen. Dies kann jedoch auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Schmerzen oder eine Erkrankung.

Wie sollten Aktivität und Ernährung im Herbst angepasst werden?

Auch im Herbst ist regelmässiger Auslauf je nach Alter, Gesundheitszustand und Bewegungsdrang des Hundes erforderlich. Gemäss dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) müssen Hunde täglich ausgeführt werden, wobei Dauer und Intensität auf ihre Fähigkeiten abgestimmt sein müssen. 

Wenn das Wetter die Spaziergänge verkürzt, kann mit Indoor-Aktivitäten ergänzt werden:

  • Suchspiele
  • Schnüffelteppich
  • kurze Erziehungsübungen
  • Leckerlispender
  • Spieleinheiten je nach verfügbarem Raum

Die Futtermenge sollte im Herbst nicht automatisch erhöht werden. Ein Hund, der weniger ausgeht, verbraucht eher weniger Energie. Die Futterration sollte der Aktivität und dem Körperzustand entsprechen; tierärztliche Empfehlungen sind zu beachten.

Kommt es zu einer ungewöhnlichen Gewichtszunahme oder -abnahme sollte die Futterration überprüft und gegebenenfalls tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie sieht eine gute Pflege während des Fellwechsels aus?

Beim Fellwechsel im Herbst erneuert sich das Haarkleid Ihres Vierbeiners vor dem Winter. Wie stark der Haarausfall ist, variiert je nach Rasse, Lebensweise, Felltyp und Wohnungstemperatur.

Bürsten kann sinnvoll sein, um

  • lose Haare zu entfernen,
  • Knotenbildung vorzubeugen,
  • dichtes Fell zu lüften,
  • die Haut zu kontrollieren,
  • Parasiten oder kleine Wunden leichter aufzuspüren.

Wie oft das Fell gebürstet werden muss, hängt von seiner Beschaffenheit ab. Hunde mit langen Haaren oder dichter Unterwolle benötigen in der Regel mehr Pflege als kurzhaarige Hunde.

Büschelweiser Haarausfall, Krustenbildung, Rötungen oder Juckreiz kommen normalerweise beim Fellwechsel nicht vor. In diesen Fällen sollte tierärztlicher Rat geholt werden.

Welche Vorsichtsmassnahmen gelten für Welpen und ältere Hunde?

Auch Welpen und ältere Hunde brauchen im Herbst ausreichend Auslauf, um gesund und ausgeglichen zu bleiben. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Welpen

Ein Welpe kann allmählich an Regen, Wind, feuchte Böden und Spaziergänge im Dunkeln gewöhnt werden. Die Ausgänge müssen an sein Alter und seine Ausdauer angepasst sein.

Es ist auch wichtig, dass Sie Ihrem Hund beibringen, keine Pilze, Fallobst oder andere Gegenstände vom Boden zu fressen.

Senioren

Ein älterer Hund braucht möglicherweise kürzere und dafür häufigere Spaziergänge. Ein rutschiger Boden, Kälte oder Feuchtigkeit können ihm das Laufen erschweren, besonders wenn er bereits an Gelenksproblemen leidet. 

Steifheit beim Aufstehen, Zögern auf der Treppe, Hinken oder ein Rückgang in der Aktivität sollten nicht automatisch dem Alter oder dem Wetter zugeschrieben werden. Die tatsächliche Ursache kann bei einer tierärztlichen Untersuchung festgestellt werden.

Übersichtstabelle der Best Practices für Ihren Hund im Herbst

SituationHauptrisikoEmpfohlene Handlung
WaldspaziergangZecken, Pilze und FallobstFell untersuchen und vom Fressen abhalten
Gassigehen im RegenNasses Fell und HautreizungenBauch, Pfoten und Zehenzwischenräume abtrocknen
NachtspaziergangSchlechte SichtLeine und Halsband, Geschirr oder Weste mit Reflektoren verwenden
Verminderte AktivitätGewichtszunahme und LangeweileSpaziergänge beibehalten und Indoor-Aktivitäten anbieten
Herbstlicher FellwechselLose Haare und KnotenbildungMit geeigneter Bürste kämmen
KälteempfindlichkeitUnbehagen und UnterkühlungDauer der Spaziergänge anpassen und einen Mantel in Betracht ziehen

 

Sichern Sie Ihren Hund ab

Vergiftungen, durch Zecken übertragene Krankheiten oder Verletzungen beim Gassigehen können eine tierärztliche Konsultation, Untersuchung oder Behandlung erfordern.

Eine Tierversicherung übernimmt einen Teil dieser Kosten. Wie viel genau, hängt von der jeweiligen Police und den Vertragsbedingungen ab. Ausschlüsse, Selbstbehalte, Obergrenzen und Erstattungssätze müssen in den Vertragsdokumenten überprüft werden.

Auf der Seite zur Hundeversicherung von Animalia finden Sie alle verfügbaren Lösungen. Eine individuelle Kostenschätzung kann auch über den Prämienrechner abgerufen werden.

 

FAQ zum Hund im Herbst

Sind Zecken auch im Oktober und November aktiv?

Ja, Zecken können im Oktober und November aktiv bleiben, wenn die Temperaturen und das feuchte Wetter ihre Aktivität begünstigen. In der Schweiz erleben sie in der Regel im Herbst einen zweiten Höhepunkt. Die Dauer dieser Aktivität variiert je nach Region und Wetter. 

Sollte ein Hund Rosskastanien oder Eicheln fressen?

Es ist besser, Hunde davon abzuhalten, Kastanien oder Eicheln zu fressen. Die Früchte können Verdauungsprobleme verursachen, während unzerkaut geschluckte Teile Verstopfungen begünstigen. Vermuten Sie, dass Ihr Hund etwas Unverträgliches verschluckt hat oder treten Symptome auf, holen Sie tierärztlichen Rat ein. 

Was tun, wenn mein Hund einen Pilz frisst?

Kontaktieren Sie umgehend den Tierarzt oder die Tierärztin, auch wenn der Hund noch keine Symptome zeigt. Fotografieren Sie den Pilz oder bewahren Sie ihn auf, um ihn leichter zu identifizieren. Führen Sie ohne tierärztliche Anweisung kein Erbrechen herbei.

Sollte ein Hund im Herbst mehr Futter bekommen?

Nein, die Futterration sollte im Herbst nicht automatisch erhöht werden. Sie hängt von Aktivität, Gewicht, Körperzustand und Lebensweise des Hundes ab. Ein im Herbst weniger aktives Tier hat möglicherweise sogar einen geringeren Energiebedarf.

Muss ein Hund bei Regen einen Mantel tragen?

Nicht unbedingt. Ein Regenmantel kann für kleine, ältere, magere oder kurzhaarige Hunde sowie bei längeren Spaziergängen im Regen nützlich sein. Er sollte die passende Grösse haben, atmungsaktiv sein und den Hund nicht in seinen Bewegungen einschränken.

Wie mache ich meinen Hund bei einem nächtlichen Spaziergang sichtbar?

Ein Hundegeschirr, eine Weste oder eine Leine mit Reflektoren sorgen für bessere Sichtbarkeit. Bei langhaarigen Hunden ist eine Weste oft besser sichtbar als ein Halsband, welches durch das Fell verdeckt werden könnte. Die Begleitperson sollte auch ein reflektierendes Accessoire tragen. 

Woran erkennt man Anomalien beim Fellwechsel?

Der saisonale Fellwechsel verursacht diffusen Haarausfall, der nicht auf eine Verletzung zurückzuführen ist. Büschelweiser Haarausfall, Schorf, Rötungen, schlechter Geruch oder anhaltender Juckreiz deuten auf ein Hautproblem hin und erfordern einen Besuch beim Tierarzt.

 

Quellen :

Bundesamt für Gesundheit, Informationen zu Zecken in der Schweiz: https://www.bag.admin.ch/de/faq-zeckenuebertragene-krankheiten

Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Informationen zu Hunden: https://www.blv.admin.ch/de/hunde 

VIER PFOTEN Schweiz, den Hund auf den Herbst vorbereiten: Hunde im Herbst - VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz in Deutschland

Tox Info Schweiz, Vergiftungen bei Tieren: https://www.toxinfo.ch/tiervergiftung

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